Animal Diner

Archetyp des "Jedermann/ Jederfrau"

Anpassung kann trügerisch bequem sein.
Und doch ist es ein Moment der Selbstsabotage.
„Animal Diner“ zeigt den Archetypen des Jedermann / der Jederfrau: bodenständig, angepasst, beliebt – und gleichzeitig gefangen in der Identitätskrise.Ein rauchendes Schwein im Diner, allein mit seinen Routinen, zwischen dem, was es sein will, und dem, was es wirklich ist, wenn niemand hinsieht.

"Animal Diner" Kunstwerk als animiertes Video von Diana Amendt
"Animal Diner" Originalgemälde (70x100cm) von Diana Amendt. Acrylpouring, Surrealismus, ultra contemporary.

Animal Diner

Diana Amendt
März 2021, Stuttgart
Acryl auf Leinwand
100 x 70 cm
Als Kunstdruck erhältlich in A6, A3 und A2.

Ein rauchendes Schwein sitzt im Diner, ein Tequila-Shot neben sich, die Zeit scheint stillzustehen.

Und doch bewegt sich viel im Inneren.Im "Animal Diner" sitzt das allein da, wenn endlich alle wegsehen und es sein kann, wie es wirklich ist. Müde, ausgelaugt von der großen Täuschung, von der Selbstaufgabe, zerrissen zwischen dem, was es vorgibt zu sein, und dem, was es fühlt. Wo fängt es an, wo hört es auf? Gedanken, alte Routinen, die sich zu festen Bahnen verfestigt haben, halten es in einem Stillstand gefangen.Der Diner wirkt wie ein einsamer, kalter Ort. Die vertraute Kulisse bietet keinen Trost, sondern isoliert es von der Außenwelt.Diese Szene beschreibt für mich die Ambivalenz des Archetypen des Jedermanns.Seine Sonnenseite: beliebt, anpassungsfähig, sozial verträglich. Er passt sich an, wird akzeptiert, meidet Konflikte, lebt in Harmonie mit der Umgebung. Das macht ihn sympathisch, verlässlich und sicher.Doch die Schattenseite ist subtil und tiefgreifend: Selbstverleugnung, das Aufgeben eigener Wünsche, das Betäuben der eigenen Bedürfnisse. Wie hier im Bild sitzt er fest, getrieben von Gewohnheit und Angst, Entscheidungen zu treffen, die ihn aus der Komfortzone holen würden. Selbst kleine Impulse der Veränderung – der Tequila-Shot, den er fallen lässt.Genau zwischen diesen Polen steht dieses Schwein:
Folge ich weiterhin der bequemen Anpassung, die mich klein hält?
Oder wage ich den nächsten Schritt, selbst wenn er unbequem ist?
Als Teil der Serie Animae Lucidae (Leuchtende Seelen) verkörpert dieses Werk den Archetypen des Jedermann / der Jederfrau in seiner reinsten Form: bodenständig, vertraut, beliebt – und doch gefangen in der eigenen Identitätskrise, zwischen Selbstsabotage und der Sehnsucht nach Authentizität.

Details from "Animal Diner" by Diana Amendt

Ein Geheimnis,
das ich verrate

In jedem Bild der Serie versteckt sich ein Symbol des kleinen Chaos – immer unten links. Es vermittelt für mich das Gefühl, in der Ambivalenz zwischen Sonnen- und Schattenseite festzustecken – es fühlt sich an wie Chaos, als wäre etwas umgekippt und könnte nicht aufgefangen werden.In diesem Werk ist es ein umgekipptes Tequila-Glas.
Eine Kakerlake hat es sich gemütlich gemacht.
Vielleicht weiß sie besser als wir, wie man mit Stillstand umgeht.
Welche Symbole findest du in den anderen Werken?

Diana Amendt

Ich bin Diana Amendt, geboren in Sibirien und künstlerisch verwurzelt in Stuttgart.Meine künstlerische Praxis entwickelte sich durch eine frühe private Förderung sowie einen weitgehend autodidaktischen Weg außerhalb traditioneller akademischer Institutionen.Nachdem ich Kunst über viele Jahre als einen intimen Raum persönlicher Erforschung betrachtet hatte, reduzierte ich 2018 meinen Hauptberuf als Marketingstrategin auf Teilzeit, um mich seither intensiv meiner künstlerischen Arbeit zu widmen. Seitdem teile ich meine Werke in Galerien und auf Kunstveranstaltungen im öffentlichen Raum.In meiner Kunst erschaffe ich bewusste und unbewusste Räume – irgendwo zwischen popsurrealer Malerei, Acryl Pouring, Lichtskulpturen und Videoanimation.Die aktuelle Serie Animae Lucidae (Leuchtende Seelen) entstand intuitiv während einer langjährigen jungianischen Psychoanalyse. Was zunächst als sehr persönlicher und unbewusster Versuch begann, inneren Zuständen eine Form zu geben, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer klar strukturierten Werkserie.In dieser Serie interpretiere ich die zwölf klassischen Archetypen nach C. G. Jung durch meine eigene tierbasierte Bildsprache neu.
Tiere dienen dabei als instinktive archetypische Figuren, frei von moralischer Bewertung. In subtil menschliche Situationen gesetzt, schaffen sie Distanz und öffnen zugleich einen Raum für Humor und Absurdität. Dadurch können sich Betrachter:innen auch komplexen psychologischen Themen nähern, ohne direkt in innere Abwehr oder Widerstand zu geraten.
Meine Gemälde entstehen in einer Mischtechnik aus figurativer Malerei und Acrylic Pouring. Diese Kombination betont bewusst den Kontrast zwischen Stabilität und Fluidität. Ich arbeite zudem mit wiederkehrenden Details, etwa verschütteten Getränken oder Elementen, die sich über mehrere Werke hinweg fortsetzen und gegenseitig aufeinander verweisen. Diese visuellen Verbindungen spiegeln die Vielschichtigkeit und das Zusammenspiel unterschiedlicher archetypischer Anteile in uns wider.

Diana Amendt Künstlerin

" Mein Ziel ist es, Räume zu schaffen, die die Betrachter dazu anregen, ihre inneren Archetypen – einschließlich ihrer Schatten- und Lichtseiten – auf eine Weise zu erkunden, die frei von Scham ist."